Kirchengemeinde Altshausen
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Deutscher Orden

Pfarr- und Schlosskirche St. Michael

Ehem. Hofkirche des Deutschen Ordens

Patrozinium: 29. September 

Schlosskirche Altshausen
Schlosskirche Altshausen

               Eine Pfarrkirche in Altshausen wird erstmals im  13. Jahrhundert erwähnt, als Heinrich von Bigenburg seinen Besitz dem Deutschen Orden schenkte. Die heutige Kirche wurde im Jahre 1413 unter Landkomtur Marquard von Königsegg von Grund auf neu erbaut. Der große Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato gestal-tete sie von 1748-1752 im Stil des Barock um.  

Der Besucher der Pfarr- und Schlosskirche betritt einen Raum, der von Schönheit geprägt und vom Glauben vieler Generationen erfüllt ist. Wer ihn betrachtend durchschreitet, entdeckt die wertvollen Spuren, welche die Barockkünstler Bagnato, Pozzi und Appiani hier hinterlassen haben. Er stößt aber auch auf die beein-druckende Geschichte, die sich in diesem lichterfüllten Raum widerspiegelt.

So begegnet einem auf dem Weg zurück in die Vergangenheit unser großer Heimatheiliger, der selige Hermannus Contractus, der vor etwas mehr als 1000 Jahren in Altshausen das Licht der Welt erblickte. Körperlich schwerstbehindert, ist er zum „Wunder“ seines Jahrhunderts geworden und hat uns, nicht zuletzt in seinen marianischen Dichtungen, Kostbarstes hinterlassen. 

Der Besucher begegnet des Weiteren auf Schritt und Tritt der Geschichte des Deutschen Ordens und seiner Ballei Elsass-Burgund, die über Jahrhunderte hinweg ihre Residenz in Altshausen hatte und deren geistlicher Mittelpunkt die ehemalige Hofkirche und heutige Pfarrkirche gewesen ist. Mit dem 1773 errichteten „Heiligen Grab“ ist ein besonderer Schatz aus der Ordenszeit erhalten geblieben. Schließlich wird man an die Geschichte des Hauses Württemberg erinnert, das seit dem Ende des Ersten Weltkrieges seinen Sitz im Schloss Altshausen genommen hat und in dessen Gruftkapelle zahlreiche Mitglieder der Herzoglichen Familie ruhen.

Die Pfarr- und Schlosskirche St. Michael ist aber nicht nur ein Ort der historischen Erinnerung, sondern auch und vor allem das spirituelle Zentrum einer lebendigen Kirchengemeinde und einer großen Seelsorgeeinheit. Sonntag für Sonntag versammelt sich hier die Gemeinde, um die Eucharistie zu feiern. Es kommen aber auch viele Menschen ganz alleine, um wenigstens für einige Augenblicke die alltägliche Geschäftigkeit abzulegen, um ein wenig ruhig zu werden, um Gott für seine guten Gaben zu danken oder auch, um ihm die Nöte ihres eigenen Lebens und die ihrer Mitmenschen vorzutragen. Ob Sie unser Gotteshaus nun in gläubiger Gesinnung oder aber aus kunsthistorischem Interesse betreten, in jedem Fall sind Sie herzlich willkommen! 

 

DAS HEILIGE GRAB - EINE BESONDERE SEHENSWÜRDIGKEIT

Mit dem Heiligen Grabe aus dem Jahre 1763 bietet Altshausen eine besondere Sehenswürdigkeit. Dieses eindrucksvolle Meisterwerk aus der Barockzeit ließ der damalige Landkomtur Christian von Königsegg-Rothenfels anfertigen.

Viele Jahre wurde es kurz vor Ostern in der Pfarr- und Schlosskirche St. Michael aufgestellt. In der Liturgie der Karwoche und bei der Auferstehung in der Osternacht hatte es einen hohen Stellenwert. Aufgrund der Liturgiereform in der Mitte der 1950er Jahre durfte es nicht mehr in der Kirche aufgebaut werden. Das Kunstwerk wurde auf Dachböden verbannt, hier sehr in Mitleidenschaft gezogen und drohte unrettbar verloren zu gehen. 
Daher wurde im Jahre 2001 ein Förderverein zur Rettung des Heiligen Grabes gegründet. Um neuerlichen Beschädigungen durch den alljährlichen Auf- und Abbau zu entgehen, konnte durch das große Entgegenkommen von Herzog Carl von Württemberg eine Heilig-Grab-Kapelle erbaut werden, wo dieses einmalige Kunstwerk und Zeugnis des Glaubens heute seinen Platz hat. 

Das Heilige Grab besteht aus zwei großen bemalten Leinwänden, 23 Bildtafeln sowie sieben Arkadenbögen und weist einen großen Figurenreichtum auf. Die Einzelteile sind perspektivisch gestaltet und in Lebensgröße so angeordnet, dass sie einen großartigen räumlichen Eindruck bieten. 

Auf dem wichtigsten Bild der hinteren Leinwand ist äußerst eindrucksvoll die Kreuzigung Jesu dargestellt. In den Bögen stehen Bildtafeln mit sechs Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu. Oben an den Bogenpaaren sind an der Innenseite Engel mit Symbolen der Passion zu sehen und an der Außenseite Gestalten aus dem Alten Testament. Am Deckenbogen befindet sich ein Baldachin mit einer Schrifttafel und einer Weissagung des Propheten Jesaja. Im Zentrum schwebt der auferstandene Christus vor einem großen Strahlenkranz. Darüber befindet sich der apokalyptische Hinweis auf das neue Jerusalem, als Stadt des Friedens, mit dem Osterlamm auf dem Buch mit sieben Siegeln, mit Sonne und Engelscharen. 

Das Heilige Grab zu Altshausen ist in seiner Art und Größe einmalig und gilt als eines der letzten Heiligen Gräber in Süddeutschland. Einmalig ist auch, dass für dieses historisch und künstlerisch wertvolle Werk eigens eine Kapelle geschaffen wurde, wo es das ganze Jahr zu Besinnung und Betrachtung einlädt. 

Das Heilige Grab kann während der Öffnungszeit der Kirche besucht werden. Die Informationsschrift „Das Heilige Grab zu Altshausen“ enthält eine ausführliche Beschreibung des Kunstwerks. Sie liegt in der Kirche auf und kann dort zum Preis von 4,00 Euro erworben werden. 

Öffnungszeiten: 8:00 - 18:00 Uhr 

Kapellen

Hermannus-Kapelle (Schlosskirche)

In der rechten Seitenkapelle der Pfarr- und Schlosskirche befindet sich eine Verehrungsstätte für den Seligen Hermann von Altshausen, auch "Hermannus Contractus" oder "Hermann der Lahme" genannt. In der mittleren Nische hat ein Holzrelief des Kunstmalers Zodel aus Leutkirch (19. Jh.) Platz gefunden, das sich zuvor in der Marienkapelle befunden hatte. Darauf ist Hermann an seinem Schreibpult dargestellt, wie ihm beim Verfassen des "Salve Regina" die Gottesmutter und das Jesuskind erscheinen. Vor dem Kunstwerk befindet sich in einem Glaskasten die Schädeldecke des Seligen Hermann, die als kostbare Reliquie an den großen Reichenauer Mönch erinnert.

Annakapelle

Die St. Anna-Kapelle links der Straße nach Ebersbach existierte bereits im Jahre 1715 und wurde 1748 durch den Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato erneuert. In der achteckigen barocken Kapelle befindet sich im marmorierten Stuckaltar als Hauptfigur die heilige Anna mit Maria und dem Jesuskind. Die Deckenfresken in den reich verzierten Stuckkartuschen stellen die Kardinaltugenden dar.

Bitzenkapelle

 Die Bitzenkapelle ist eine offene Feldkapelle, die an der östlichen Schlossmauer oberhalb der Straße nach Ebersbach angebaut ist. Hier wird schon seit Jahrhunderten eine Marienstatue verehrt, an die man sich bei besonderen Anliegen wendet.

Marienkapelle

Die Marienkapelle steht am Ortsausgang links der einstigen Straße nach Ravensburg. Sie wurde um 1400 als gotisches Gotteshaus erbaut und erhielt ihr barockes Aussehen im 17. Jahrhundert. Das Langhaus ist recht farbenfroh mit Engeln und Ornamenten ausgemalt. Das Deckengemälde zeigt Mariä Verkündigung. Besonders eindrucksvoll ist das Grabdenkmal des Landkomturs von Falkenstein.

Kreuzkapelle

Gegenüber der Marienkapelle steht die Kreuzkapelle. Sie wurde um das Jahr 1760 von Landkomtur Christian von Königsegg-Rothenfels gestiftet. Unter der Regie von Ordensbaumeister Franz Anton Bagnato wurde sie an jener Stelle erbaut, wo einst das Kruzifix stand, auf das im Jahre 1617 ein Mann geschossen hatte. Das Innere der Kapelle erhielt sein heutiges Aussehen in den Jahren 1884/85. Beherrscht wird die Kapelle vom barocken Marmoraltar mit Christus am Kreuz.

Friedhofskapelle

Am Ortsausgang in Richtung Bad Saulgau befindet sich die Friedhofskapelle St. Salvator. Unter Landkomtur Dietrich von Hohenlandenberg wurde sie 1591 errichtet. Die Kapelle ist mit drei Altären ausgestattet, wobei der Hochaltar Christus am Ölberg zeigt. Bemerkenswert sind die zahlreichen Epitaphe, die zumeist an Persönlichkeiten aus der Deutschordenszeit erinnern.

Kath. Gemeindehaus

Das Katholische Gemeindehaus an der Ebersbacher Straße, das im Jahre 1740 von Johann Caspar Bagnato erbaut worden war, wurde 1987  von der Katholischen Kirchengemeinde erworben. Es gehört in die Reihe der fünf zum Schlosskomplex gehörenden Kavaliershäuser. Vier davon wurden zwischen 1740 und 1750 von Bagnato geplant und gebaut. Ein weiteres Beamtenhaus wurde im Jahr 1805 von seinem Sohn Franz Anton in gleichem Stil und Ausmaß nachgebaut. Sie alle stehen nun unter Denkmalschutz. Im September 1990 wurde der Umbau des Gemeindehauses abgeschlossen und das Haus durch Weihbischof Dr. Anton Herre eingeweiht.  

Im Altbau befinden sich der „Hermannus-Saal" mit 40 Sitzplätzen und eine Wohnung im Obergeschoß. Der Neubau verfügt über einen großen Saal mit 120 Sitzplätzen, außerdem eine Küche und Nebenräume. Das Untergeschoss mit Küche, Jugend, Bastel-und Nebenräumen steht für die Jugendarbeit zur Verfügung.  

Zudem befindet sich im Gemeindehaus die Kath. Öffentliche Bücherei in sehr schönen, neu gestalteten Räumen.

Pfarrhaus

Bereits im Jahre 1713 hatte Landkomtur Leopold von Falkenstein für den Ortspfarrer einen außerhalb des Schlossbereichs liegenden Pfarrhof erbauen lassen. Doch schon 1764 verzichtete Pfarrer Joseph Anton Humberger durch Vertrag mit dem damaligen Landkomtur Christian zu Königsegg auf die abgesonderte Pfarrwohnung und zog es vor, gemeinsam mit den Kaplänen im Seminargebäude zu wohnen. Aus dem Pfarrhof wurde später das Gasthaus "Zum Waldhorn", an dessen Stirnseite immer noch das Wappen des Landkomturs von Falkenstein zu sehen ist. Heute dient das Gebäude als privates Wohnhaus. Erst im Jahre 1867 wurde an der vom Friedhof zum Schloss führenden Straße von der Hofkammer des Hauses Württemberg das jetzige Pfarrhaus errichtet. Zudem wurde südlich des Pfarrhofs ein halber Morgen Feld angekauft, der als Pfarrgarten dient. Heute befinden sich im Pfarrhaus neben der Wohnung für den Pfarrer das Pfarrbüro, das Pfarrarchiv, das Amtszimmer des Pfarrers und ein Besprechungsraum.

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Kontakt

Katholisches Pfarramt
St. Michael Altshausen
Schlossstraße 7 
88361 Altshausen 
Telefon: 07584 3541


 
 

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